News

Pulp Master im Deadlock Modus

Wir erleben außergewöhnlich ungewisse Zeiten. Wir wissen nicht, wie die kommenden Monate aussehen werden. Alles kann immer noch erheblich schlimmer werden, bevor es wieder besser wird. Wir hoffen natürlich, dass alle irgendwo sicher sind und gesund bleiben.

Das kulturelle Leben und die Verbreitung von Ideen haben quasi von einem Tag auf den anderen aufgehört zu existieren und auch Pulp Master befindet sich jetzt im Deadlock Modus. Unsere Auslieferung Prolit hat uns mitgeteilt, dass die Bestelleingänge um 77,1% eingebrochen sind. Das hat in erster Linie mit Amazon zu tun, das jetzt Haushaltswaren und Sanitärartikel priorisiert und Buchbestellungen bis zum 4. Mai ausgesetzt hat. Ausgerechnet der Marktführer, der viele Ladengeschäfte und Kleinunternehmerexistenzen auf dem Gewissen hat, zeigt uns jetzt, was wir am dringensten brauchen: Toilettenpapier.

Hinsichtlich Vormerkungen auf Novitäten/Nachauflagen hat der stationäre Buchhandel die Prolit gebeten, derzeit nicht zu liefern. Abbestellungen/ Vormerkstornierungen konnten von Prolit in Bestellparken verwandelt werden. Momentan hat Prolit für 1184 (!) Lieferadressen Lieferstopp/ Bestellparken hinterlegt.

Es wird also vorerst von uns keine Neuerscheinungen geben.

 

Gleichzeitig sind wir froh, eine tolle Backlist zu haben, die jetzt auch von der jüngeren Generation entdeckt werden kann. Vielleicht besinnt man sich ja in der Isolation wieder auf die gute, alte Möglichkeit des Lesens, um die Welt da draußen aus anderen Perspektiven zu entdecken. Hinter den Kulissen machen wir natürlich weiter. Eine große Lit-Agentur hat uns neulich für eine coole Autorin einen Korb gegeben; sie sehen sie eher bei einem großen Publikumsverlag und nicht bei einer kleinen Klitsche. Autsch. Dream on, Baby. Kümmern wir uns eben weiter um die Marginalisierten, die sonst keinen Verlag finden. Angelika lektoriert und übersetzt den neuen Lewis, 4000 sitzt am Cover für unsere noch unveröffentlichte Neuentdeckung AMERIGONE von Mark SaFranko und auch Jim Nisbet hat ein neues Manuskript eingeschickt. Ango hat schon angefangen, es zu übersetzen.

Jim Nisbet hat übrigens erzählt, dass bei seinem Bruder in Spokane, Washington, einem Hinterwäldlerkaff, seit Ausbruch der Pandemie die AK47 und die AR-15 samt Munition in allen Waffengeschäften ausverkauft sind. Ein Laden in Spokane, der kugelsichere Jalousien verkauft, hat innerhalb eines Monats Aufträge in Millionenhöhe zu verzeichnen. Zieht Amerika in einen Krieg gegen einen unsichtbaren Feind?

Gerade in dunklen Zeiten steht viel auf dem Spiel. Machtverhältnisse können sich schneller verschieben, als man denkt.  Greifen wir einfach auf altmodische, aber bewährte Wahrheiten zurück:

Solidarität und gegenseitige Unterstützung helfen immer. Quellen dreifach checken, bevor man Unsinn im Netz mit hoher Reichweite multipliziert. Demokratische Politik funktioniert nur, wenn man sich einbringt, und auch unbequeme Ideen können wichtig sein. Besonders für die Zeit nach der Krise, wenn es an die Aufarbeitung geht. Immerhin wurde jetzt schon festgestellt, dass es nicht nur systemrelevante Banken gibt, sondern auch schlechtbezahlte systemrelevante Berufe und ein kaputtgespartes Gesundheitssystem.

Stay safe!

PS.: Bob Sala, der ab und an unsere Websites arrangiert und ein paar Fotos für unsere Vorschau-Flyer beisteuert, hat einen Text geschrieben. Titel: Die Smith-Corona Galaxie.