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Charles Willeford – Ketzerei in Orange

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Pulp 19
Charles Willeford (zum Autor…)
Ketzerei in Orange

2005
978-3-927734-32-6, vergriffen

Leseprobe/eBook hier

 

 

 

Einbruch, Diebstahl, Brandstiftung: Dem selbstgefälligen Kunstkritiker James Figueras ist schier jedes Mittel recht, um seinen Namen als Koryphäe des Kunstbetriebes verewigen zu können. Als ihm der wohlhabende amerikanische Kunstsammler Cassidy ein Interview mit dem verschollenen, weltberühmten französischen Künstler Jacques Debierue in Aussicht stellt, der plötzlich im sumpfigen Süden Floridas wieder aufgetaucht sein soll, kann er der Versuchung nicht widerstehen, mit einem Handstreich zu unsterblichem Ruhm zu gelangen. Doch Cassidy vermittelt ihm diese Gelegenheit nicht aus reiner Nächstenliebe. Als Gegenleistung will er ein Gemälde von Debierue für seine Sammlung, und James Figueras soll es für ihn stehlen … und wenn er dafür über Leichen gehen muss!

Mit seinen Hoke-Moseley-Romanen wie Miami Blues gelang Charles Willeford der Durchbruch, doch gerade seine frühen, vergessenen Pulp-Noir-Grotesken wie Ketzerei in Orange beweisen, dass er ein weit unterschätzter Great American Writer war des 20 Jahrhunderts war.

 

Charles Willefords Werk steht quer zu allen Massstäben, die die Wahrnehmung von Literatur prägen. Es ist als Bastard aus literarischer Moderne und abgründiger Genre-Literatur weder E noch U, es ist zugleich subtil und brachial. Seine Romane sind auch politisch, kennen aber keine Botschaft, schon gar nicht die der political correctness. Sie sind ungeheuer komisch und zugleich von brutaler Ernsthaftigkeit. Den Durchbruch erlebte Willeford spät, mit den vier Romanen um Kommissar Hoke Moseley. Die deutschen Erstausgaben seiner frühen Pulp-Grotesken und, bringen den typischen Willeford-Ton zum Klingen. Die Art, wie in beinahe sämtliche Tabu-Themen der US-Gesellschaft in einer einzigen grossen karnevalistischen Geste verlacht werden, kennt nicht ihresgleichen. Willeford denkt und erzählt den schönen amerikanischen Traum vom kapitalistischen Liberalismus radikal zu Ende. Wer Lesestoff jenseits des Üblichen sucht, wird bei Willeford sicher fündig. Achtung: süchtigmachend!
-Lesestoff / 2005

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