Wenn je ein Crime-Roman das Etikett "noir" verdient hat, dann ist es dieser. Jim Nisbets "Tödliche Injektion", erstmals 1989 auf Deutsch, jetzt in neuer Übersetzung noch einmal erschienen, sollte unter allen Umständen als Klassiker betrachtet werden. Er umspielt sein todernstes Thema, die Fragwürdigkeit (und in der Konsequenz die Ablehnung) der Todesstrafe, mit einer Mixtur aus abgefeimtem Zynismus, herzzerreißendem Melodram und absurd orientiertem Humor, die gelinde gesagt außergewöhnlich ist. Hell wird es in diesem Roman nie. Vor dem inneren Leseauge sieht man die Handlung bestenfalls in einer Art Dämmerlicht ihrem schicksalhaften Ende entgegentaumeln; Dunkel ist die Farbe der Stunde.