„Langsam entfaltet sich in diesem Roman das sorgsam angelegte Beziehungsgeflecht. Bereits in ihren vorherigen Romanen hat Megan Abbott gezeigt, wie scharf ihr Blick auf weibliche Lebensentwürfe und Strukturen sowie Dynamiken weiblicher Gemeinschaften ist. Dazu fängt sie in „El Dorado Drive“ mit klug gewählten Details das längst vergangene, sorglose Lebensgefühl dieser Frauen in Michigan ein und kontrastiert es mit der harschen Realität des wirtschaftlichen Niedergangs. Geld ist für diese Frauen nicht nur ein Mittel, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten: „Wenn du in Wohlstand aufwächst und dann alles wegbricht, geht es beim Geld nicht ums Geld. Es geht um Sicherheit, Freiheit, Unabhängigkeit, ein Versprechen von Ganzheit“. Deshalb wollen so viele Frauen in diesem Roman nicht akzeptieren, dass diese Zeiten vorbei sind. Sie belügen sich lieber selbst mit ihren schöngefärbten Erinnerungen an vergangene Zeiten und
tun alles dafür, dass sie weiterhin an der Illusion festhalten können, immer noch so zu leben wie damals. Megan Abbott ist selbst in Grosse Point aufgewachsen. Anders als die Frauen in ihrem Buch weiß sie, dass Nostalgie gefährlich ist. Und im schlimmsten Fall sogar tödlich.“
-Sonja Hartl, Deutschlandfunk
„Und wie in ihren anderen Büchern gibt Megan die Dirigentin für ein langsames Crescendo eines Weltuntergangsorchesters. Das einfach nicht aufhört.“
-gehkacken
„Grosse Point, Michigan. Niedergang der Automobilindustrie: Die Frauen in dem Detroiter Vorort brauchen Geld. Ein dubioses Investitionsprogramm verspricht Hilfe. Bis eine der Bishop-Schwestern ermordet wird. Gnadenlos entlarvt Abbott leere Versprechen weiblicher Solidarität und die gefährliche Macht von Gier und Verzweiflung.“
-Deutschlandfunk krimibestenliste
„Mit diesem soeben von der „Los Angeles Times“ zum Thriller des Jahres gekürten Roman liefert die 54-jährige Detroiterin einmal mehr einen packenden, stilistisch schnörkellosen und vom Pulpmaster-Team kongenial übersetzten Motor-City-Noir ab.“
-Gunter Blank, Rolling stone
„Das liebe Geld und der Tod: »El Dorado Drive« ist mehr Abenteuer als Krimi – und vielleicht gerade deshalb so spannend.“
– Christina Vettorazzi, Buchkultur
„Megan Abbott erzählt dies alles aus der Perspektive der jüngsten Schwester Harper, die einzige Alleinstehende der drei Schwestern. Sie steht als lesbische Frau ein wenig außen vor, doch auch sie drücken Schulden, ausgerechnet bei ihrem Ex-Schwager Doug, weshalb auch sie dem Club beitritt. Die Autorin versteht es hervorragend die Dynamiken zwischen den Frauen zu erfassen, sowohl zwischen den Mitgliedern des Clubs als auch innerhalb der Familie Bishop. Am „El Dorado Drive“ (Pams Adresse) werden verzweifelt Träume nach längst vergangenen, goldenen Zeiten gehegt. Die Frauen verkörpern den bröckelnden amerikanischen Traum, der Wohlstand schwindet zusehends oder ist auf Schuldenbergen gebaut. Man schwankt zwischen Verzweiflung, Desillusionierung, familiärer Loyalität, Hoffnung und Gier. Für die Leser ist zudem interessant, dass sie dabei nicht auf einen Whodunnit verzichten müssen. Es bieten sich bis zum Schluss mehrere Täter:innen an, auf den letzten Seiten vollzieht die Geschichte noch einige Wendungen. Insgesamt überzeugt Megan Abbott erneut mit einem intensiven Einblick in die Problemzonen der amerikanischen Gesellschaft und hinterfragt die Grenzen von Schwesterlichkeit in Zeiten finanzieller Not.“
-Gunnar Wolters, Kaliber.17
„Die Bishop-Schwestern sind das emotionale Zentrum dieses Romans, dazu kommt mit „The Wheel“ noch eine andere Form der „Schwesternschaft“: Um bei „The Wheel“ mitzumachen, muss eine Frau 5000 Dollar Aufnahmegebühr bezahlen. Sobald sie fünf neue Frauen für den Club angeworben hat, bekommt sie das Fünffache zurück. Für Außenstehende ist klar: Das ist ein simples Schneeballsystem. Die Frauen in Grosse Point aber wollen nicht sehen, dass es illegal ist, was sie machen. Sie wollen einfach nur, dass das Rad sich weiterdreht.“
-Sonja Hartl, culturmag
„Besteht über 200 Seiten von „El Dorado Drive“ dieFrage, was dieses Buch im Portfolio des Krimispezialisten „Pulp Master“ zu suchen hat, so beseitigt Megan Abbotts Buch danach mit einem Todesfall etwaige Zweifel und löst damit auch die Konventionen eines Kriminalromans ein. Die US-Amerikanerin beleuchtet in ihrem neuen Buch (zul. „Wage es nur“, Pulp Master, 2024; o. Rez.), den Komplex von Frauen und der Finanzwelt, insbesondere das Innere eines Schneeballsystems. Auch wenn das Cover wieder- ganz typisch Pulp Master- recht eigenwillig ist, sind dem Buch viele Leser*innen zu wünschen, denn das Buch überzeugt mit seiner Erzählweise und illustriert die Brüchigkeit des amerikanischen Aufstiegsversprechens. Für alle!“
-Marius Müller, ekz
„… kann ich nur wärmstens empfehlen: „El Dorado Drive“ von Megan Abbott (Ü: Peter Hammans) über Familiendynamiken, Geld und Schwesternschaft. Großartig!“
– Britta Jürgs, Aviva Verlag
