Rezensionen – Alles endet hier

„Alles endet hier“ ist ein raffiniert geplotteter Kriminalroman, der immer düsterer und beklemmender wird. Dan ist einer Abwärtsspirale gefangen. Je tiefer diese ihn in den Abgrund zieht, um so mehr beginnt er sich Gedanken über sein eigenes Verhalten zu machen. Weshalb verschwinden alle seine Freunde aus seinem Leben? Die Ursache des Zerwürfnisses mit Warren scheint tiefer zu gehen, als Dan uns weismachen will. Er benutzt Menschen und wendet sich von ihnen ab, wenn er sie nicht mehr braucht. Spät, letztlich zu spät, muss er sich eingestehen, dass er genauso ein Mistkerl wie Warren ist, „nur habe ich es besser verbergen können als er, und zwar nicht nur vor anderen Menschen, sondern auch vor mir selbst“.
-Hansperter Eggenberger, Krimikritik

„Dave Zeltserman dreht ordentlich an der Eskalationsspirale zweier Menschen, die den Status „nahe der Verzweiflung“ schon längst hinter sich gebracht haben. Und der, der – gerechtfertigt oder nicht – als enervierende Gleichgültigkeit seine Gegenüber das Weiße in die Augen schießen lässt, konnte nun wirklich nicht davon ausgehen, dass alles so kommt. Denn irgendwann ist auch mal Schluss! Der Weg dorthin ist an Spannung nicht zu überbieten. Die Welt ist schlecht. Aber auch unfassbar spannend nachlesbar!“
-Karsten Klobo, aus-erlesen.de

„Dave Zeltserman gehört schon seit einigen Jahren zu den herausragenden Noir-Thriller-Autoren aus den USA. Das ist auch auf Deutsch nachzuprüfen. Zwischen 2013 und 2017 veröffentlichte der kleine Berliner Verlag Pulp Master seine „Man out of prison“-Trilogie, die aus den voneinander unabhängigen Titeln „Paria“, „Small Crimes“ und „Killer“ besteht. Drei absolut brillante Noir-Romane. Nun gibt es endlich neuen Stoff von Zeltserman, mit dem er seinen Ruf bestätigt und weiter festigt: „Alles endet hier“ ist von Pulp Master schon seit mehreren Jahren angekündigt worden, jetzt liegt der Titel endlich vor.“
-Hansperter Eggenberger, culturmag

„Bei dem Frontalcrash mit ca. 6 Toten auf dem Beifahrersitz? Perfektes Lesevergnügen, das auch noch flott vom Blatt ging. Mehr davon! Immer mehr!“
-gehkacken.de

Selbstverwirklichungstraum trifft russische Mafia: Zeltserman rechnet mit dem Gründerkapitalismus ab. Raffiniert und gnadenlos.“
-Krimibestenliste April 2026

„Worin sich dieser von herkömmlichen Krimis unterscheide, sei der durchweg analytische Schreibstil, der jeden Schritt des Protagonisten präzise einfange. Weitaus mehr als „Dutzendware.“
-Perlentaucher

„Die Dekonstruktion der bürgerlichen Existenz verknüpft Dave Zeltserman mit einer Absage an den Markenkern des amerikanischen Traums: Dan und Rachel hatten gut bezahlte Jobs, die sie für eine Tech-Karriere aufgaben. Hat halt nicht geklappt, es können nicht alle Musks werden. Wenn „Alles endet hier“ länger als Dutzendware nachhallt, liegt das an Zeltsermans Klugheit, präzise zu bleiben und auf ein action-Spektakel zu verzichten. Bis zum Schluss versucht Dan, seine lage zu analysieren, „als würde ich ein Problem bei einer Software lösen: systematisch und mit kühlem Kopf“. Als Identifikationsfigur bietet er sich kaum an, als Opfer auch nicht. Eher folgt man seinem Treiben mit Fassungslosigkeit: Ein Faust, der seinem Mephisto nicht gewachsen ist.“
-Hannes Hintermeier, FAZ

„Der Anfang erzählt vom Ende. Dan Selby fühlt, das „etwas Feucht-Klebriges“ über seine rechte Hand rinnt. Er öffnet die Augen, das Licht einer Straßenlaterne sticht durch „die Schwärze der Nacht“. Selby umklammert eine Halbautomatik. Ein Schuss hat ihn getroffen, er verblutet. „Ach, Scheiße.“ Mit letzter Kraft bewegt er sich auf das Gebäude auf der anderen Straßenseite zu. Es folgt die Rückblende, ein klassisches Hardboiled-Motiv. Den Plot von Billy Wilders Film noir „Sunset Boulevard“ erzählt ein Mann, der in der ersten Einstellung tot in einem Swimmingpool treibt. Durch Dave Zeltsermans Thriller „Alles endet hier“ führt eine Hauptfigur, die weiß, dass sie in ein paar Minuten sterben wird. Härter kann das Leben nicht zuschlagen. Selby hat sich mit seinem einstigen Freund Costas in Boston eine Tech-Firma gegründet. Nun will dieser „Hurensohn“ alles für sich, er droht, tobt, löscht die Website. Selby engagiert einen Russen namens Gordijewski, der verspricht, das Problem zu lösen. Dass mit einem Problemlöser die Probleme erst beginnen, weiß man spätestens seit Tarantinos Film „Pulp Fiction“. Zeltserman, ehemals selbst Softwareentwickler in Boston, lässt die Gewalt in Zeitlupe eskalieren.“
-Christian Schröder, Tagesspiegel

„Man kann einen innerbetrieblichen Konflikt natürlich vor dem Arbeitsgericht lösen. Oder aber mithilfe eines russischen Auftragkillers. Der erledigt prompt seinen Job, verlangt aber plötzlich eine Gegenleistung …“
-Lesefutter 2026, Buchladen Osterstraße