Rezensionen – Hitze

Wer von “Krimi aus Australien” spricht, darf von Garry Disher natürlich nicht schweigen – er ist so etwas wie der lebende Klassiker der Genreliteratur aus Down Under; ein Vorreiter aus heutiger Sicht, der schon seit um die 20 Jahren auch auf dem deutschsprachigen Markt präsent ist. Bekannt wurde Disher einerseits mit seiner Reihe um den “ehrenhaften” Gangster Wyatt, an der er schon seit 1991 arbeitet – und andererseits mit Dutzenden Geschichten aus verschiedensten Segmenten zwischen Jugendliteratur und Polizeiroman. Dass Garry Disher nicht bloß ein lebender, sondern ein höchst lebendiger Klassiker ist, belegt ein Blick auf die aktuelle Krimi-Bestenliste, dort haben sich gleich zwei neue Romane von ihm platzieren können: “Hitze” (Pulp Master, Euro 14,80, übersetzt von Ango Laina und Angelika Müller), der achte und neue Wyatt, in dem es der Gangster mit Raubkunst aus dem NS-Zeit zu tun bekommt – ein exzellent geplottetes und erzähltes Genrestück.
-Ulrich Noller, WDR

Wann gab es das schon einmal? Erst ‚mal erinnern wir uns nicht, daß ein Krimiautor, der ein zweites Mal auf Platz 1 kam, KALTES LICHT aus dem Unionsverlag, gleich einen Monat drauf, im September, den nächste Krimi vorlegt, wie es Garry Disher gelang, der auf Platz 8 zusätzlich einsteigt mit HITZE, einem Roman, der aber bei Pulp Master erscheint. Aha, in zwei Verlagen, jetzt kann man das zweimalige Erschienen desselbe Autors schon besser verstehen, denn ein Verlag bringt normalerweise nicht, wenn er gerade einen Autor veröffentlicht hat, sofort das nächste Buch heraus.
-Elisabeth Römer, Weltexpresso

Denn obwohl auch die Polizeiromane von Disher zum Besten in der aktuellen Kriminalliteratur zählen – erst vor neun Wochen habe ich den ebenfalls neu erschienenen Roman «Kaltes Licht» hier empfohlen –, sind die Wyatt-Romane ganz besondere Leckerbissen für Crime-Fiction-Connaisseurs.
-Hanspeter Eggenberger, Tagesanzeiger

In diesem Monat zum Beispiel hat es ein Autor geschafft, gleich zweimal auf der Krimibestenliste des Monats vertreten zu sein.
-Diwan auf BR über Tausendsassa Garry Disher.

Wie Disher die trügerische Idylle des kleinen Badeorts aufmischt und das gut vernetzte System krimineller Machenschaften im Immobilien-Milieu beschreibt, ist schon hohe Kunst: Der „Uhrmacher unter den Krimischriftstellern dieser Welt“ (Thomas Wörtche) zelebriert hier mal wieder die delikate Balance von filigraner, intellektueller Recherche im kriminellen Umfeld mit einer hammerharten Gangreserve, die etlichen Akteuren mit einem brutalem Exit zum Verhängnis wird.“ -Peter Münder, CulturMag

Dieser Wyatt-Roman gehört zum Alterswerk Dishers, das von neuer Leichtigkeit und Heiterkeit geprägt zu sein scheint.“
-Buchmarkt

Queensland. Wyatt soll ein Gemälde stehlen. Nazi-Raubkunst, die wieder aufgetaucht ist. Ob die Story stimmt? Wyatt ist nicht der einzige Dieb an der Goldküste. Und hat zudem abgehängte Komplizen auf den Fersen. Da passt es prima, dass seine Auftraggeberin Ex-Soldatin ist. Cool, cooler, Wyatt.
-Tobias Gohlis, Krimibestenliste (Platz 1 im Oktober und November)

Herrlich, ein Berufsverbrecher mit Prinzipien: intellektuell und schussbereit, mit Wertekanon und Kanone. Wie geschickt und genau Garry Disher diesen fazinierenden Charakter zeichnet, quasi als zweite Ebene in einer sowieso schon atmosphärisch dichten Story, das macht „Hitze“ so außergewöhnlich. Inmitten einer korrupten und kaputten Welt der Neureichen und Schönen, der geilen Möchtegerngangster und üblen Geschäftemacher ist Wyatt ein Saurier. Ein letztes Exemplar seiner Art. Irgendwie aus der Zeit gefallen. Geradlinig, nicht korrumpierbar, und am Ende tatsächlich der einzige sympathische Player in diesem Spiel.  -Michael Stoll, Rheinzeitung

Garry Disher zeiht alle Register, mit Raffinesse und im staubtrockenen Stil – und klar ist, dass bald ziemlich alles aus dem Ruder läuft. Famos.
-Kleine Zeitung, Graz

Will man Metall aushärten, braucht man dafür sehr hohe Temperaturen. Der Autor Garry Disher dagegen braucht für den Prozess der Aushärtung seiner Figuren nur wenige kühle Sätze: „Er war mit nahezu nichts zurückgekommen. Nur mit  Genugtuung – Genugtuuung einen Mann getötet zu haben.“ So heißt es zu Beginn von „Hitze“, der neuen Folge einer einzigartigen Reihe in der Kriminalliteratur: der Wyatt-Romane.
-Oliver Creutz, Stern

„Existenzialismus ist in der australischen Weite noch stärker konturiert als in den amerikanischen Städten. „Er hatte keine Geschichte, es sei denn, man könnte eine hervorzaubern aufgrund der Tatsache, dass er jetzt existierte und zuvor nicht existiert hatte. Und eines Tages nicht mehr existieren würde.“ Am Ende zieht Wyatt ab mit einer Tüte voll Geld und einem kleinen australischen Meister, Hans Heysen.“
-Fritz Göttler, SZ