{"id":814,"date":"2016-11-11T16:05:10","date_gmt":"2016-11-11T15:05:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pulpmaster.de\/wp\/?page_id=814"},"modified":"2016-11-11T16:05:10","modified_gmt":"2016-11-11T15:05:10","slug":"rezensionen-cracktown","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.pulpmaster.de\/wp\/rezensionen-cracktown\/","title":{"rendered":"Rezensionen &#8211; Cracktown"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>Buddy G. b\u00fcndelt, fokussiert Schicksale in seinen Stories, er fasst auf einer halben bis vierzig Seiten zusammen, wof\u00fcr andere Autoren komplette Romane brauchen. Cash ist ein gro\u00df(artig)er New-York-Roman, gegen das zerst\u00f6rerische Monster en miniature \u00bbRomeo: Von Grund auf versaut\u00ab verblasst das volumin\u00f6se Werk. Ungerechter Vergleich, ich wei\u00df, aber Giovinazzos Lyrik der allt\u00e4glichen Apokalypse, denn nichts anderes sind die kurzen Geschichten, provoziert solche Vergleiche geradezu. Verknappung, \u00dcbertreibung sind legitime Mittel f\u00fcr eine Literatur, die wehtun soll. Und es gelingt Giovinazzo auch noch 2012, Sprache in etwas zu verwandeln, das schmerzt. Wem aber geh\u00f6ren die wenigen befriedigenden Augenblicke? Georgie, der \u00fcber seinen Urinbeutel stolpert und gl\u00fccklich ist, dass Sal, dem er Impotenz und Inkontinenz verdankt, von Kugeln durchsiebt wurde. Oder Chuckie, der die Liebe seines Lebens verloren hat, genauso wie seinen Job; und der es der Welt mit Freundlichkeit dankt. Weil es sonst nichts mehr gibt, was ihn am Leben halten w\u00fcrde. Au\u00dfer die Bazooka abzufeuern\u2026 Mitf\u00fchlender Humor der ganz finsteren Sorte. Auch das hat Cracktown\u00a0zu bieten. Wie \u00bbEin ganz normaler Tag\u00ab. Ein zweiseitiges Abschlachten. Aber im Auge des gewaltt\u00e4tigen Orkans das wahre Anliegen: Um zw\u00f6lf Uhr mittags hielt die ganze kranke Welt einen Wimpernschlag lang inne und fragte sich: Was zum Teufel geht hier ab und was soll der ganze Schei\u00df und was treibt die all diese Leute eigentlich in den Wahnsinn? \u00bbDiese Leute\u00ab selbst. Mitglieder einer sogenannten Zivilisation am Rande des Zusammenbruchs. Ein Kreislauf aus Drogen und Gewalt und daraus resultierender gesellschaftlicher und genetischer Disposition. Verzweiflung. Nicht das Ende, sondern der Anfang. Muss man nicht m\u00f6gen, kann man eklig finden und in seiner Fixierung auf ausgelebte Gewalt, ohne sie soziologisch tiefer gehend zu begr\u00fcnden, als menschenverachtend ablehnen. W\u00e4re aber bedauerlich. Denn dann entgeht einem ein radikales und wichtiges Werk der Gegenwartsliteratur.<br \/>\n<cite>Jochen K\u00f6nig, Krimi-Couch<\/cite><\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p>Es geht um ein heruntergekommenes, vorwiegend schwarzes US-Innenstadtviertel, dessen ohnehin unhaltbare Zust\u00e4nde durch die neue Droge Crack noch versch\u00e4rft werden.\u00a0Die St\u00e4rke des Buchs liegt in der unger\u00fchrten Konsequenz, mit der es von diesem Milieu berichtet: wie hundsmiserabel es hier den jungen Frauen ergeht, die, um sich die n\u00e4chste \u201eRakete\u201c leisten zu k\u00f6nnen, den M\u00e4nnern zu Willen sein m\u00fcssen, und wie leicht alle zum T\u00f6ten bereit sind, f\u00fcr l\u00e4cherliche Betr\u00e4ge und manchmal nur aus Langeweile. Das Buch wei\u00df, wie Verrohung von innen aussieht. Es erz\u00e4hlt, wie eine Gang von Jugendlichen in die Wohnung eines Behinderten eindringt, ihm nicht nur die sch\u00e4bigsten Wertgegenst\u00e4nde abnimmt, sondern anf\u00e4ngt, ihn mit Gabeln zu spicken und schlie\u00dflich mit Abflussreiniger zu begie\u00dfen, so dass er an den Verbrennungen qualvoll stirbt. \u201eUnd dabei war es erst f\u00fcnf Uhr nachmittags\u201c \u2013 die Frage, was man mit dem angebrochenen Abend anfangen soll, also keineswegs gel\u00f6st.<br \/>\n<cite>-Burghardt \u00a0M\u00fcller, SZ<\/cite><\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p>\u201ePoesie der H\u00f6lle\u201c hei\u00dft die deutsche Ausgabe von Buddy Giovinazzos zweiten Roman \u201ePoetry and Purgatory\u201c (1996). Ein Titel, der auch seinem Deb\u00fct von 1993, \u201eLife Is Hot in Cracktown\u201c, das Pulp Master just in einer neuen, mir sehr gelungen scheinenden \u00dcbersetzung vorgelegt hat, gut zupass k\u00e4me. In sechzehn lose miteinander verkn\u00fcpften Erz\u00e4hlungen entwirft der seit langem auch in Berlin ans\u00e4ssige amerikanische Filmemacher und Autor das Bild einer von Drogensucht und exzessiver Gewalt verheerten Gesellschaft, aus der es auch f\u00fcr die wenigen, die noch von einem \u201eanst\u00e4ndigen Leben\u201c tr\u00e4umen, kein Entkommen gibt. Wer in \u201eCracktown\u201c, so der schlichte deutsche Titel, zur Welt kommt, ist schon verloren.<br \/>\nGiovinazzo erz\u00e4hlt vom Leben und Sterben in einem Stadtteil, f\u00fcr den das sch\u00f6ne deutsche Wort \u201esozialer Brennpunkt\u201c wie ein h\u00f6hnischer Euphemismus wirkt, auf brutal-sachliche Weise. Satz f\u00fcr Satz manifestiert sich die \u00dcbermacht des Faktischen, und es entsteht eine Prosa von beinahe lyrischer Qualit\u00e4t. Und es ist eben diese Verwandlung einer schrecklichen Realit\u00e4t in Poesie, welche die Lekt\u00fcre dieses aufregenden Buches zu einer sehr ambivalenten moralischen Erfahrung werden l\u00e4sst.<br \/>\n<cite>-Joachim Feldmann, Culturmag<\/cite><\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p>Ein radikales Buch, ein blutiges, brutales und manchmal auch ekliges Buch, aber eines, das eben so konsequent wie nur andere den ewigen Alptraum aufzeigt, den harte Drogen verursachen.<br \/>\n<cite>-Literaturkurier.de<\/cite><\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p>Cracktown von Buddy Giovinazzo ist eine Millieustudie, die den Leser in eine Welt von Hoffnungslosigkeit und Elend f\u00fchrt. Die Protagonisten sind zumeist zugedr\u00f6hnt und geilen sich an ihrer Brutalit\u00e4t auf. In der Kombination von Sex und Gewalt glauben sie sich dem Paradies n\u00e4her. An der Tagesordnung stehen Vergewaltigungen und selbst vor einem Mord an der eigenen Mutter schrecken sie nicht zur\u00fcck. Der Autor beschreibt \u00e4u\u00dferst brutale Szenen, die nichts f\u00fcr schwache Gem\u00fcter sind und gebraucht ausschlie\u00dflich Begriffe wie Fotze, Muschi, M\u00f6se und Schw\u00e4nze. Buddy Giovinazzo kritisiert das Leben der Reichen, die nichts vom Leben in <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3927734128\/ref=as_li_tf_tl?ie=UTF8&amp;tag=buch016-21&amp;link_code=as3&amp;camp=2514&amp;creative=9386&amp;creativeASIN=3927734128\" target=\"_blank\">Cracktown<\/a> wissen. Sie trinken in ihrem heimeligen Zuhause guten Wein in teuren Kleidern und ihre Dr\u00f6hnung ist das Fernsehen mit ihren Shows und Comedy.<br \/>\n<cite>-Gedankenspinner<\/cite><\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Buddy G. b\u00fcndelt, fokussiert Schicksale in seinen Stories, er fasst auf einer halben bis vierzig Seiten zusammen, wof\u00fcr andere Autoren komplette Romane brauchen.&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"jetpack_post_was_ever_published":false},"aioseo_notices":[],"aioseo_head":"\n\t\t<!-- All in One SEO 4.9.10 - aioseo.com -->\n\t<meta name=\"description\" content=\"Buddy G. b\u00fcndelt, fokussiert Schicksale in seinen Stories, er fasst auf einer halben bis vierzig Seiten zusammen, wof\u00fcr andere Autoren komplette Romane brauchen. 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