{"id":769,"date":"2016-11-11T16:26:29","date_gmt":"2016-11-11T15:26:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pulpmaster.de\/wp\/?page_id=769"},"modified":"2016-11-25T15:34:52","modified_gmt":"2016-11-25T14:34:52","slug":"rezensionen-hinterhalt","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.pulpmaster.de\/wp\/rezensionen-hinterhalt\/","title":{"rendered":"Rezensionen &#8211; Hinterhalt"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>&#8222;Hinterhalt&#8220;: D\u00fcstere Trips. Wyatt ist cool, cooler, am coolsten. Der Name ein Peitschenhieb, der Blick aus Eis, die Faust &#8211; besser, man macht keine Bekanntschaft mit ihr. Und trotzdem will es Wyatt nicht gelingen, auf die Gewinnerseite zu wechseln. Mal ist es der Rest guten Herzens, der ihm im Weg steht, mal hat er einfach Pech. K\u00fchl und klug plant er seinen Coup, und dann kommt so ein gewissenloser Privatdetektiv dazwischen und arbeitet auf eigene Rechnung &#8230; Garry Disher hat mit bad man Wyatt eine faszinierend ambivalente Figur geschaffen, die man wider Willen sympathisch findet. Er ist ein Reisender auf der dunklen Seite des Lebens, und immer, wenn er glaubt, bald im Ferrari zu sitzen, muss er im sch\u00e4bigen Pickup durch die Weite Australiens fliehen. Das liest man gern, wenn man auf der Couch sitzt. Bewertung: atemberaubend<br \/>\n<cite>-FRANKFURTER RUNDSCHAU<\/cite><\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p>Abgrundtief, aussichtslos, apokalyptisch \u2013 so lie\u00dfe sich die Stimmung beschreiben, die Garry Disher in seinen Romanen produziert. F\u00fcr &#8222;Drachenmann&#8220;, einen formal experimentellen und gl\u00e4nzend erz\u00e4hlten Polizeiroman, bekam der Australier vor wenigen Wochen den Deutschen Krimi Preis. Das Buch machte den Autor, nicht zuletzt dank erstaunlich vieler Besprechungen, auch in Deutschland bekannt. Tats\u00e4chlich ist &#8222;Drachenmann&#8220; im bisherigen Oeuvre des Autors aber eher ein Nebenprodukt. Einen Namen machte Disher sich in der Krimiszene vor allem mit seiner Serie von Gangsterromanen um den Berufskriminellen Wyatt, deren dritter Teil &#8222;Hinterhalt&#8220; soeben auf Deutsch erschienen ist. Wyatt ist so etwas wie ein gelernter Verbrecher. Er \u00fcberf\u00e4llt Banken und raubt Lohnkassen aus; arbeitet dabei, wann immer m\u00f6glich, allein &#8211; und versucht bei alledem, sich ein Polster f\u00fcr ein nicht allzu ungem\u00fctliches Altenteil anzulegen. Vor Mord und Totschlag schreckt Wyatt nicht zur\u00fcck; aber nat\u00fcrlich killt er als Mann von Ehre nur die, bei denen es sich nicht vermeiden l\u00e4sst, und die durch und durch B\u00f6sen. Das geht mal mehr, mal weniger gut; doch jetzt, zu Beginn von &#8222;Hinterhalt&#8220;, steht Wyatt vor dem Aus: Auf der Flucht, in einem dreckigen, billigen Motel wacht der Gangster eines Nachts davon auf, dass ihn seinerseits zwei Typen um die Beute aus seinem letzten Coup erleichtern. Mit M\u00fch und Not kommt er mit dem Leben davon, aber das ist im Grunde nicht mehr viel wert. Ein Gangstersyndikat ist hinter ihm her, die Polizei hat nach einem Mord seine b\u00fcrgerliche Fassade enttarnt, sein ganzer Besitz wurde beschlagnahmt, er kann niemandem mehr trauen und es fehlt selbst das Investitionskapital f\u00fcr einen neuen Coup, der den Gangster aus der Bredouille bringen k\u00f6nnte. Nur eine Chance bleibt Wyatt dann au\u00dfer dem Aufgeben noch, eine Chance, die der Berufsgangster verflucht, denn sie ist mit immensen pers\u00f6nlichen, emotionalen Risiken verbunden. Wie Wyatt seine Chance dann doch zu nutzen sucht, wie es unberechenbar auf und ab geht, wie er verzweifelt und doch immer wieder volles Risiko wagt \u2013 davon erz\u00e4hlt dieser hervorragende Roman. Der deutsche Titel &#8222;Hinterhalt&#8220; wird im Laufe des Geschehens dabei mehr und mehr auch zum Programm: Hinter jeder Handlung, hinter jedem Gespr\u00e4ch, hinter jeder Ecke k\u00f6nnten Tod und Gef\u00e4ngnis lauern. Immer wieder muss Wyatt Handlung, Gespr\u00e4ch und Gang um die Ecke doch riskieren, um sich aus seiner miserablen Lage zu befreien. Das ist die eine Ebene dieses extrem harten Romans, die klassische Geschichte des Mannes, der sich den eigenen Haaren aus dem Sumpf ziehen muss. Auf der anderen Ebene zeichnet Garry Disher das f\u00fcr ihn typische Gesellschaftsbild des modernen Australien: Ausufernde Vorortsiedlungen, die entfesselte \u00d6konomie und abgr\u00fcndige, ausschlie\u00dflich auf den eigenen Vorteil bedachte Protagonisten sorgen f\u00fcr klaustrophobische Enge, wo man eigentlich paradiesische Weite vermutet. Und die, die auf den ersten Blick so b\u00fcrgerlich wirken, sind oft die Ehrlosen, die eigentlichen Verbrecher. Diese Konstellation ist f\u00fcr die Romane von Garry Disher typisch. &#8222;Hinterhalt&#8220; unterscheidet sich von &#8222;Gier&#8220; oder &#8222;Dreck&#8220; auf den ersten Blick h\u00f6chstens in der Formvollendung. Abgesehen von einigen Ungereimtheiten in der Figurenzeichnung ist Dishers neuer Roman sprachlich und formal ein im besten Sinne reifes, sattes, fertiges Werk. Richtiggehend brillant ist allerdings die Art und Weise, wie der Autor am Schluss einen Hoffnungsstreif am Horizont aufleuchten l\u00e4sst. Nat\u00fcrlich ist es die Liebe, die zuletzt \u00fcber allen gesellschaftlichen Irrsinn hinausweist. Aber es ist in diesem Fall ein fast unglaubliche, nicht denkbare, im besten Sinne hintergr\u00fcndige Liebe. Und diese Liebe ist nicht nur nettes Beiwerk zum harten Gangsterroman, sondern ganz zentral, auf der Ebene der Handlung, die alles entscheidende L\u00f6sung. Das muss dem Australier erst mal jemand nachmachen. <cite>-Ulrich Noller, WDR 06.02.02<\/cite><\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p>Die ersten drei Februartage, Freitag bis Sonntag, noch an &#8222;meinem&#8220; Hansen rumgemacht, siehe KTB 14.-31.01.02. Danach Montag und Dienstag Megastress im UFO, ich n\u00e4mlich erstmals seit drei Wochen wieder im Laden, und Kollege Pitt krank, und daher ich alleine einem bestellw\u00fctigen Dutzend Verlagsvertreter ausgeliefert, die unser UFO just an diesen zwei Tagen heimsuchen. Am Dienstagabend schlag ich also drei Kreuze, uff, und genie\u00dfe am Mittwoch meinen freien Tag &#8211; lege die Beine hoch, und lese Garry Dishers &#8222;Hinterhalt&#8220; (neu als PB bei Maas), seinen dritten Australien-Gangsterroman um den einzelg\u00e4ngerischen Profi-R\u00e4uber Wyatt. Muss etwa noch erw\u00e4hnt werden, dass Garry Disher &#8211; \u00fcberraschend, jedoch nicht unverdient &#8211; f\u00fcr seinen ersten Wyatt-Krimi &#8222;Gier&#8220; (PB bei Maas) (siehe KTB 30.01.00) den DEUTSCHEN KRIMIPREIS 2000 erhielt? Und dass Garry Disher mit seinem zweiten Wyatt-Krimi &#8222;Dreck&#8220; (PB bei Maas) (siehe KTB 15.-17.03.01) dieses Niveau sauber mindestens gehalten hat? Und dass Garry Disher soeben f\u00fcr seinen hochkar\u00e4tigen Polizeikrimi &#8222;Der Drachenmann&#8220; (HC bei Unionsverlag) (siehe KTB 06.10.01) den DEUTSCHEN KRIMIPREIS 2002 zugesprochen bekam? &#8211; Ja, das musste wohl erw\u00e4hnt werden. Auch Garry Dishers dritter Wyatt-Krimi &#8222;Hinterhalt&#8220; (&#8222;Deathdeal&#8220;, 1993; \u00fcbersetzt von &#8211; tja, von wem, lieber Maas Verlag? &#8211; aha, ganz klein steht&#8217;s da im Kleingedruckten wieder irgendwo: von Bettina Seifried) ist wieder etwas Feines, wenn man Spa\u00df hat an einem knochentrockenen, eher aktions- als dialogstarken, insgesamt geradezu klassisch wirkenden Gangsterkrimi und Noir-Roman. Der seltsam gesichts- und gestalt- und vornamenlose Antiheld Wyatt muss wieder mal von vorne anfangen. Alles geht dem hochprofessionellen Geldr\u00e4uber schief. Sein Farmversteck wird konfisziert und versteigert, und au\u00dfer der Polizei hetzen ihn auch noch die Hunde der Melbourner Mafia und ein ebenfalls hochprofessioneller Privatdetektiv. Der soll ihn allerdings blo\u00df f\u00fcr einen lukrativen Job aufsp\u00fcren &#8211; ein Angebot, das Wyatt leider nicht ablehnen kann, obwohl seine alte Hassliebe Anna Reid dahintersteckt.<br \/>\nEin brutaler Pilot, ein spiels\u00fcchtiger Bankfilialleiter mit \u00e4tzender Familie, ein Drogenschmuggler- und -verteilerring, wieder bereichert Garry Disher die Caper-Novel mit griffigen Nebenfiguren. Und am Ende steht Wyatt wieder mit einem lachenden und einem weinenden Auge da, wieder wei\u00df er nicht, wie&#8217;s weitergehen soll. F\u00fcr DIE ZEIT war zwar schon nach zwei Romanen &#8222;klar, wohin die Gangsterballade f\u00fchrt: Abw\u00e4rts &#8230;&#8220;; doch Garry Disher l\u00e4sst uns hoffentlich noch einige B\u00e4nde lang mitfiebern und bangen mit diesem tragischen Verbrecher, diesem fast edlen R\u00e4uber Wyatt. Und der Maas Verlag l\u00e4sst uns hoffentlich nicht wieder l\u00e4nger warten: &#8222;Verrat&#8220;, Teil vier der Wyatt-Saga, soll im Herbst kommen. Robert\u2019s Krimitagebuch<\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p>Wiederbegegnung: Garry Disher hat seinem Helden ein drittes Buch gewidmet. Der Plot funktioniert, und wie seine Vorg\u00e4nger bereitet auch diese Geschichte mit ihrer virtuos gepflegten Lakonie wahres Lesevergn\u00fcgen: Wyatt ist ein Ganove, wiewohl er in der Branche seineraustralischen Heimat als Gentleman gilt. Er hat das Pech, bei seinen Coups st\u00e4ndig in Schwerwiegendes verwickelt zu werden, dessen Urheber ihm dann ebenso gef\u00e4hrlich auf den Pelz r\u00fccken wie nat\u00fcrlich auch die Polizei. Diesmal kommt aber alles noch schlimmer, und das kann selbst Wyatt nicht mehr nur mit Routine bew\u00e4ltigen. <cite>-Heinz Jakubowski, DAS MAGAZIN<\/cite><\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Hinterhalt&#8220;: D\u00fcstere Trips. Wyatt ist cool, cooler, am coolsten. 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