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Programm

edition
36 L.R. Carrino
Der Verstoß
35 Jim Nisbet
Der Krake auf meinem Kopf
34 Dave Zeltserman
Paria
33 Garry Disher
Dirty Old Town
32 Jim Nisbet
Tödliche Injektion
31 Rick DeMarinis
Götterdämmerung in El Paso
30 Buddy Giovinazzo
Cracktown
29 Angelo Petrella
Nazi Paradise
28 Jim Nisbet
Dunkler Gefährte Kosmos
27 Thor Kunkel
Kuhls Kosmos
26 Buddy Giovinazzo
Piss in den Wind
25 Paul Freeman
Laster und Tugend
24 Gerald Kersh
Ouvertüre um Mitternacht
23 Garry Disher
Niederschlag
22 Rick DeMarinis
Kaputt in El Paso
21 Paul Freeman
Die Legenden von Ophir
20 Charles Willeford
Die schwarze Messe
19 Charles Willeford
Ketzerei in Orange
18 Garry Disher
Port Vila Blues
17 Marcus Stark
Sex Dot Com
16 P.J. Wolfson
Geisel der Niedertracht
15 Garry Disher
Willkür
14 Buddy Giovinazzo
Potsdamer Platz
13 Gerald Kersh
Nachts in der Stadt
12 Garry Disher
Hinterhalt
11 Garry Disher
Dreck
10 Antihero
feat. Charles Willeford
09 Derek Raymond
Ich war Dora Suarez
08 Buddy Giovinazzo
Broken Street
07 Garry Disher
Gier
06 Joe R. Lansdale
Akt der Liebe
05 Buddy Giovinazzo
Poesie der Hölle
04 Joe R. Lansdale
Drive-In
03 TKO Box Stories
präsentiert von Graziano Rocchigiani
02 Paul Cain
Totschlag
01 Derek Raymond
Roter Nebel
00 BLACK LIZARD
Crime Paket

Garry Disher
Dreck (ein Wyatt-Roman)

Preis: EUR 11.00

Erschienen: 01.01.2000

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Rezensionen

Durch die Wüste
"Dreck": Garry Dishers zweiter Wyatt-Thriller aus Australien

Ein Land feiert, spektakulär, mit allen Schikanen. Nicht nur den Jahres-, den Jahrhundertwechsel, sondern den eigenen Geburtstag: Australien ist am 1. Januar hundert Jahre alt geworden. Über die letzten zehn davon hat unter anderem der Autor Garry Disher erzählt, in seinen Kinderbüchern und Romanen, und vor allem in der Serie um Wyatt, den allerletzten der Independents vom fünften Kontinent. "Dreck" heißt der Band, der eben auf Deutsch erschienen ist (Maas Verlag, 19,80 Mark) – der erste, "Gier", ist im vorigen Jahr mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichnet worden.

Endlose Wüste, verlassene Höfe, unrentable Erzminen, überall Dreck. Ein Land ohne Perspektiven, ohne Projekte. Der Originaltitel "Paydirt" ist die nackte Ironie – vom großen Treffer, den er signalisiert, träumt hier keiner mehr. Auch Wyatt hat eben einen Job in Melbourne vermasselt, er wird wegen Mordes gesucht, hat nur noch ein paar Dollar, und ein Killer der Organisation ist ihm – wie er später, beinahe zu spät, bemerkt – dicht auf den Fersen. Er muss untertauchen und geht zu Leah, in Adelaide Hills.

Fünf Jahre hat er sie nicht mehr gesehen. Als er in der Nacht ankommt, holt er die .38er heraus, überprüft aus Instinkt das ganze Haus. Dann steckt er die Waffe weg, umarmt Leah. Sie ist unwirsch, aber am nächsten Morgen erzählt sie von den Lohntüten in Belcowie – eine Gaspipeline in der Wüste, ein verrücktes Regierungsprojekt, 150 geile Bauarbeiter, die wöchentlich ausgezahlt werden müssen.

Wie Oasen kommen einem die amerikanischen Hard-boiled-Romane vor nach den australischen Wyatt-Büchern. Nirgendwo emotionale Wärme, nur die staubtrockene Hitze, die alles Zwischenmenschliche ausdörrt. Jeder Kumpel ist immer auch ein Feind. Jeder wird erst mal für sich sorgen. Keine Aussicht auf Erfolg, selbst das organisierte Verbrechen leidet: Wie soll man in dieser gottverlassenen Wüste geklaute schwarze Limousinen an den Mann bringen? (Süddeutsche)

Auch wenn erst zwei Titel übersetzt sind ("Gier" erhielt zurecht als Import den deutschen Krimipreis und nun eben "Dreck") wird klar, wohin die Gangsterballade führt: Abwärts. Disher erzählt die Geschichte eines Mannes, dessen Fähigkeiten nicht mehr zeitgemäß sind, in einer Umgebung von gnadenloser Brutalität und Hässlichkeit. Im Frittenbudenmillieu erscheint der eiskalte Engel Wyatt als letzter Gentleman, in dem von Gebrauchtwagehändlern und kleinen Drogendealern beherrschten Unorten am Rande des Outbacks als einziger Zivilist. (Die Zeit)

Hier kommt Wyatt. Das heißt, eigentlich machte Garry Dishers einzelgängerischer Berufsverbrecher schon im vergangenen Frühjahr die ersten Schritte in die deutsche Krimilandschaft — und sein Autor heimste für "Gier" prompt den deutschen Krimipreis ein. Beste Gelegenheit also sich mit "Dreck" in die auf sechs Bände angelegte Reihe bei Pulp Master einzuklinken. (Zitty)

"Dreck" erzeugt eine klare kalte Spannung, die atemlos macht und die Vorstellung unmöglich werden läßt, das Buch wegzulegen, bevor die letzte Zeile gelesen ist. (Junge Welt)

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